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Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Berthold Grzywatz


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Spur und Verdichtung

 

Ausstellung mit Ilka Christof (Kassel, Malerei) und Berthold Grzywatz (Skulptur)

 

19. April 2024 bis 31. Mai 2024

 

 

Berthold Grzywatz

Spur und Verdichtung.

Malerei von Ilka Christof und Skulpturen von Berthold Grzywatz

 

Unter dem Titel „Spur und Verdichtung“ zeigt die Galerie [ Der Lokschuppen ] Malerei von Ilka Christof und Skulpturen von Berthold Grzywatz.

 

Die im westfälischen Hagen geborene und in Kassel arbeitende Malerin Ilka Christof hat visuelle Kommunikation und freie Grafik an der Hochschule für bildende Künste Kassel studiert. Im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit steht über Jahrzehnte das freie, auf die Fantasie gegründete Zeichnen, bis sie Ende der achtziger Jahre den abstrakten Expressionismus entdeckt, der sie nicht mehr loslässt. Aus der Abschottung der inneren Fantasie heraustreten, die Gegenständlichkeit überwinden heißt es, und sich der Spontaneität des Malprozesses stellen.

 

Ausgangspunkt dieser Orientierung ist eine Begegnung mit Cy Twombly, dessen Werk sie auf einer Düsseldorfer Ausstellung kennenlernt. Der in Virginia geborenen Twombly mag vom Action Painting beeinflusst sein, seine malerischen Arbeiten unterliegen indessen einer sublimen persönlichen Ausdrucksweise, in der sich Malerei, Zeichnung und Schrift vereinigen. Twombly siedelt schon Ende der fünfziger Jahre nach Italien über. Das Erkunden des mediterranen Raums verbindet sich mit dem Interesse für Geschichte, Kultur und Mythologie. Mit seiner assoziativen, intuitiv verknüpfenden Methode fordert Twombly Erinnerung und Wahrnehmung heraus, sucht vor seinem individuellen Erfahrungshintergrund Vergangenes und Gegenwärtiges, Bewegtes und Ruhendes, Widersprüchliches und Offensichtliches zu balancieren. Das ist nicht eine die Zeit enthebende Avantgarde, aber eine Kunst, die sich der Historizität entziehen möchte, um Werke darzubieten, welche für alle Zeit Geltung beanspruchen.

 

Der Umgang mit der Freiheit, verbunden mit der körperlichen Aktion, der freien Geste und dem authentischen Ausdruck des Selbst, stellt eine Herausforderung dar, die einen radikalen Bruch verlangt. Dieser Bruch – die abstrakten Expressionisten vollziehen ihn angesichts des Weltverlustes nach der Kriegserfahrung – gestaltet sich bei Christof als Neuanfang in Kombination mit tradierten Maltechniken, die sich auf die Verdichtung, auf das Übereinanderlagern von Farbschichten konzentrieren. Die Rückbindung an den abstrakten Expressionismus spiegelt sich in der Formlosigkeit, dem Ungegenständlichen wider. Doch vergessen wir nicht, jede Formlosigkeit hat eine Form.

 

Die Malerei von Ilka Christof zentriert sich auf Farbwirkungen, deren mehrschichtiger Aufbau aus dem Spannungsverhältnis der eingesetzten Materialien lebt: Hier Ölfarbe und eingearbeitete Eitempera, dort flüssig aufgetragene Lasuren. Im Ergebnis entstehen auf der Leinwand Räumlichkeiten zwischen Transparenz und Dichte.

 

Persönliche Erfahrungen wie Verluste von Menschen, deren Nähe Bedeutung hat, zeigen die Vergänglichkeit unserer Existenz; bei Ilka Christof erzwingen sie eine weitere Wende, mit der sie sich auch wieder dem Gegenständlichen hingibt.

Die Intimität des Persönlichen holt gleichsam die Geschichte ein, lenkt den Blick auf Konkretes, Menschen wie Dinge, deren Weggang oder Verschwinden zur Auseinandersetzung nötigt – nicht im Sinne eines Erinnerungskultes, sondern einer Annäherung.

 

Die von Berthold Grzywatz präsentierten Skulpturen leben von der freien Form. Einerseits entfalten sie eine expressive Diktion, entwerfen zerklüftete Flächen, die scheinbar ohne Halt sind, andererseits vermitteln sie eine strenge Kompositionsweise, die einfache Grundformen in Szene setzen. Die Gestaltung ist ebenso absichtsvoll wie intensiv, wenn auch nicht oberflächlich eindeutig. Wie in einem Brennspiegel verweisen diese Werke auf die Spuren menschlicher Realität, auf Gefühle, Stimmungen, Sehnsüchte, Wahrnehmungen.

 

 

 

 

Berthold Grzywatz
Trace and condensation.
Paintings by Ilka Christof and sculptures by Berthold Grzywatz

 

Under the title "Spur und Verdichtung", the gallery [ Der Lokschuppen ] is showing paintings by Ilka Christof and sculptures by Berthold Grzywatz.

 

Ilka Christof, who was born in Hagen, Westphalia, and works in Kassel, studied visual communication and free graphics at the Kassel University of Fine Arts. For decades, her artistic work centred on free drawing based on her imagination, until she discovered abstract expressionism at the end of the 1980s, which she never let go of. Stepping out of the isolation of her inner fantasy, overcoming representationalism and facing up to the spontaneity of the painting process.

 

The starting point for this orientation is an encounter with Cy Twombly, whose work she became acquainted with at an exhibition in Düsseldorf. Born in Virginia, Twombly may have been influenced by action painting, but his painterly works are subject to a sublime personal mode of expression in which painting, drawing and writing are united. Twombly moved to Italy at the end of the 1950s. His exploration of the Mediterranean region was combined with an interest in history, culture and mythology. With his associative, intuitively linking method, Twombly challenges memory and perception, seeking to balance the past and the present, the moving and the still, the contradictory and the obvious against the background of his individual experience. This is not an avant-garde that liberates itself from time, but an art that wishes to elude historicity in order to present works that claim to be valid for all time.

 

Dealing with freedom, combined with physical action, free gesture and the authentic expression of the self, represents a challenge that demands a radical break. This break - which the abstract expressionists made in the face of the loss of the world after the war experience - takes the form of a new beginning in Christof's work in combination with traditional painting techniques that concentrate on condensation and the layering of layers of colour. The link back to abstract expressionism is reflected in the formlessness, the non-representational. But let us not forget that every formlessness has a form.

 

Ilka Christof's painting is centred on colour effects whose multi-layered structure lives from the tension between the materials used: here oil paint and incorporated egg tempera, there fluidly applied glazes. As a result, spaces between transparency and density are created on the canvas.

 

Personal experiences such as the loss of people whose closeness is significant show the transience of our existence; in Ilka Christof's work, they force a further turning point, with which she once again devotes herself to the figurative.
The intimacy of the personal catches up with history, as it were, directing our gaze to the concrete, to people and things whose departure or disappearance compels us to confront them - not in the sense of a cult of remembrance, but of a rapprochement.

 

The sculptures presented by Berthold Grzywatz are characterised by their free form. On the one hand, they unfold an expressive diction, designing jagged surfaces that seem to be without support, on the other hand, they convey a strict compositional style that emphasises simple basic forms. The design is as intentional as it is intense, even if it is not superficially clear. As if in a burning mirror, these works point to the traces of human reality, to feelings, moods, longings and perceptions.

 

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