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Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Berthold Grzywatz


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Line Up

Ausstellung in der Galerie [ Der Lokschuppen ]

7. Mai 2022 – 26. Juni  2022

 

Anja Mamero

Malerei

-

Berthold Grzywatz

Skulptur

Anja Mamero und Berthold Grzywatz

Berthold Grzywatz

 

Line Up

 

Konstruktion und Komposition

 

Die Ausstellung „Line Up“ in der Galerie [ Der Lokschuppen ] zeigt großformatige Malerei von Anja Mamero sowie im Sandgussverfahren hergestellte Skulpturen von Berthold Grzywatz.

 

Die 1963 in Hamburg geborene Anja Mamero hat zunächst Industriedesign studiert und als Produktdesignerin in Kiel gearbeitet. Seit 2004 ist sie als selbständige Designerin tätig. Vier Jahre später erfolgte eine grundlegende künstlerische Neuorientierung, die von mannigfachen Kunstprojekten begleitet wird, ehe sie 2018 Studentin an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel wird. Zwei Jahre später schließt sie das Studium als Master of Fine Arts im Bereich Malerei ab. Als Stipendiatin der Stiftung Kunstfonds und der Muthesius Kunsthochschule kann sie die künstlerische Arbeit in ihrem Kieler Atelier fortführen. Die Teilnahme an der deutsch-dänischen Ausstellung „Experimenter/Experimente“ im Roten Palais des jütländischen Augustenborg dürfte ein wichtiger Erfolg dieser Tätigkeit sein.

 

Dass zentrale Gestaltungs- und Formelement der Malerei von Anja Mamero bildet die Linie, horizontal oder vertikal, gebündelt oder seriell, auf einer Basis fest aufstrebend, durch Rahmung in der Dynamik eingefangen oder in der Fläche spontan verdichtet, schräg, diagonal, mit breitem Pinselstrich aufgetragen. Die Flächen ihrer Bilder, in der Regel mit Acryl als Basis und Öl als Oberfläche, sind vielfältig geschichtet, von hell bis dunkel präpariert und farblich sparsam nuanciert. Die Konstruktion der Linien beruht häufig auf einer manuellen Arbeit, indem sie mit dem Messer mit unterschiedlicher Breite und Dichte in die Farbflächen geritzt werden. Daneben verwendet sie die Technik des Schlagschnur-Abdrucks. Bei dieser Arbeitsweise werden in Farbe getränkte Fäden auf die Leinwand gelegt und mit Gewichten an den Enden beschwert, um auf dem Untergrund Linien abzubilden.

 

Die rhythmische Regelmäßigkeit der Linien in der Fläche erfährt durch die handgeführte Ausführung eine Ambivalenz für das Sehen: Was für den fernen Blick wie ein ornamentales Muster wirkt, erweist sich in der Nähe als ein bewegtes Gespinst mit multiplen Zwischenräumen oder als eine Art Knotenschnur mit variantenreichen Körpern.

 

Der Maler und Fotograf Alexander Rodtschenko hat die Ansicht vertreten, dass sich in den Linien eine neue Weltsicht aufgetan hat, nämlich dem Wesen nach zu bauen und nicht abzubilden. In diesem Gedanken mag die Utopie einer nach klaren Prinzipien organisierten Welt zum Ausdruck kommen, womöglich die Hoffnung auf ein durch Kontrollierbarkeit und Gleichgewicht angelegtes Leben, gleichwohl steht die Ausdruckskraft der Linie als elementarer Kraft außer Frage.

 

Die auf der Basis der Linie gegründete Malerei Mameros mag einem organisierten Plan, einer systematischen Methode nach einem festgelegten Konzept, dem Prinzip der Wiederholung unterworfen sein, die Reihen freilich, d. h. die Wiederholungen und Variationen der Linie, verkörpern dennoch nicht Stillstand, gleichsam ein Einfrieren der Zeit, sondern Intensität, Energie und nicht zuletzt Bewegung, die jeder Abgeschlossenheit von der Welt entgegentreten.

 

 Wenn nach der Funktion der Linie in den skulpturalen Arbeiten von Berthold Grzywatz gefragt wird, so lässt sich ohne Zweifel sagen, dass sie ein strukturgebendes Element ist: nicht in Form eines Rasters, sondern als Inventar der Komposition. Die Flächen seiner im Sandgussverfahren ausgeführten Werke folgen einer auf Beziehungen aufgebauten Ästhetik, die das Bildgefüge der Objekte, mithin deren Oberflächen, spannungsreich konstruieren. In das Konzept differierender Texturen zwischen Bewegung und Ruhe bricht die Linie ein, manchmal unmerklich, kaum wahrnehmbar, manchmal offen, dynamisch, mit Überlagerungen, mit freien und organischen Formen. Unterdessen immer in der Absicht, die Widersprüchlichkeit der Welt, ihre durch Zerrissenheit und Undurchschaubarkeit geprägte Einheit in der situativen Gestaltung zum Ausdruck zu bringen.

 

 

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