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Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Berthold Grzywatz


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Offener Kanal Kiel - Der Garten des Menschen

Berthold Grzywatz

 

Künstler im Gespräch - Berthold Grzywatz

06.10.2017 - 17:11 Uhr

Von: viel.-Redaktion

ein Interview von Safia Yasin

Mit dem Namen der Ausstellung „Garten des Menschen“ sind bestimmt nicht wörtlich unsere Gärten gemeint. Um welche Themen geht es bei Ihrer Kunst?

 

Meine künstlerischen Arbeiten unternehmen den Versuch, im Wege einer abstrakten Formensprache Bilder des Menschlichen zu entwerfen, den Menschen sowohl im Verhältnis zu sich selbst als auch in Beziehung zu seinen Mitmenschen und den Bedingungen seiner konkreten Situation zu begreifen. Da das Mensch sein stets historisch vermittelt ist, kann die Selbstverwirklichung des Einzelnen nicht nur unmittelbar durch sich selbst geschehen. Das im Titel der Ausstellung genannte Bild vom „Garten des Menschen“ verweist auf das Eingebunden sein in Ordnungen und Strukturen. Gleichwohl ist der Mensch nicht ausschließlich fremdbestimmt: Ich lebe und werde nicht gelebt, aber immer unter den allgemeinen Gegebenheiten. Die präsentierten Werke nehmen die Frage auf, welche Möglichkeiten für eine durch Frieden und Humanität geprägte Welt, welche Grenzen des Handelns vorhanden sind und wie mit dem möglichen Scheitern umzugehen ist. Gewiss sind das komplexe Fragen, die möglicherweise eher zu einem wissenschaftlich-politischen Diskurs gehören, dennoch können und müssen sie die Kunst herausfordern, mit ihren Mitteln Denkanstöße zu bieten, die einen Raum für die individuelle Reflexion eröffnen. Noch ein Wort zur Fotografie: Sie ergänzt den aufgeworfenen Problemrahmen, indem sie in der Reduktion Welt und Wirklichkeit strukturell erschließt und dem Sehen eine neue Intensität zu geben sucht.

The Universal Soldier

Was erwartet die Besucher Ihrer Ausstellung im Bunker-D?


Ein spannungsreiches Verhältnis zwischen Skulptur, Plastik und Fotografie, das durch kontrastreiche Bearbeitungsweisen und Materialgegensätze sowie durch Bilder geprägt wird, die einerseits malerisch anmuten andererseits durch die Fokussierung auf das Detail in Erscheinung treten.

 

Was muss man sich unbedingt genauer anschauen bei der Ausstellung?


Nun, ich hoffe, dass alle meine Werke zum genauen Sehen herausfordern und sie vielfältige Sichtweisen und Eindrücke vermitteln. Wenn jedoch dezidiert nach einem einzelnen Werk gefragt wird, so möchte ich auf Zukünftiges verweisen, auf das Installationsprojekt „Der Wald des Friedens“, das auf der Ausstellung im Modell und durch Fotografien dargestellt wird.

 

Für wen ist Ihre Ausstellung besonders interessant anzuschauen?


Für alle, die offen für eine Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst sind und den Mut besitzen oder sich bewahrt haben, sich in der Konfrontation mit dem Werk der Anstrengung des Sehens und Nachdenkens zu widmen.

 

Was reizt Sie daran im Bunker auszustellen und was macht für Sie das Besondere an diesem außergewöhnlichen Ort aus?


Wie Sie richtig feststellen, handelt es sich in der Tat um einen außergewöhnlichen Ausstellungsort. Ein Luftschutzbunker des Zweiten Weltkrieges als Ausstellungsort, das ist und sollte eine Herausforderung sein. Nach meiner Ansicht dürfte sich immer die Frage stellen, was ist an einem solchen Ort möglich. Ich habe gerade die beindruckende Dokumentation des Vietnam-Krieges im Fernsehen gesehen und war erschüttert über Grausamkeit, Leid, Indoktrination und Verbohrtheit, aber auch über die Zwänge der Politik und ihre tragischen Folgen. Nach dem Krieg blieb ein gespaltenes Vietnam zurück, in dem sich die Erkenntnis Bahn brach, dass die Erinnerung überwunden werden musste, um Gegenwart und Zukunft gestalten zu können. Im Bunker ist die Erinnerung allgegenwärtig, doch der Ort als solches darf dabei nicht stehen bleiben und insofern ist es etwas über die Geschichte Hinausgreifendes, wenn an diesem Ort die Kunst ihre Fragen stellt.

 

Aus: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Nr. 20, Ausgabe vom 24. Januar 2019.
Aus: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, Nr. 271, Ausgabe vom 21. November 2018, S. 10.
Aus: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, Nr. 49, Ausgabe vom 27. Februar 2019, S. 8.
Aus: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, Nr. 187, Ausgabe vom 13. August 2018, S. 8.
Aus: Kieler Nachrichten, Nr. 125, Ausgabe vom 1. Juni 2018, S. 30.

Berthold Grzywatz in der Torhaus-Galerie

Bis zum 18. März können Besucher der Göttinger Torhaus-Galerie unter dem Titel „Skulptur und fotografische Imagination“ Werke von Berthold Grzywatz betrachten. Der Künstler arbeitet nicht nur als Fotograf und Bildhauer, sondern ist auch als Historiker, Schriftsteller und Privatdozent tätig.

„Skulptur und fotografische Imagination“ zeigt Berthold Grzywatz in der Torhaus-Galerie am Alten Stadtfriedhof. Der Künstler zeigt Göttingens Baudezernent Thomas Dienberg die Skulptur “Die BotschaftQuelle: Christoph Mischke
 
 

„Skulptur und fotografische Imagination“ zeigt Berthold Grzywatz in der Torhaus-Galerie am Alten Stadtfriedhof. Der Künstler zeigt Göttingens Baudezernent Thomas Dienberg die Skulptur “Die Botschaft". Quelle: Christoph Mischke.

Aus: Göttinger Tageblatt, 17. Februar 2018. 

Aus: Schleswig-Holsteinische Landeszeitung, Nr. 231, Ausgabe vom 4. Oktober 2017, S. 8.
Aus: Kieler Nachrichten, Nr. 238, Ausgabe vom 12. Oktober 2017, S. 34.
Aus: KulturMagazin, Nr. 210, Mai 2015.
Aus: Hersfelder Zeitung, Nr. 217, Ausgabe vom 16. September 2016, S. 5.

 

 

Gefallen finde ich an den poetischen Impressionen, hier lyrisch sanft, dort ein eindringliches Stakkato, wenn es um zeitkritische Themen geht. Die Sprache ist knapp, die Gedanken präzise formuliert, trotzdem lassen sie über das Gesagte hinaus Lesern Raum für eigene Ansichten.

 

Theo Czernik, Januar 2012.

 

„Der Autor erzählt von leisen, aber mächtigen Stimmungsschwankungen in Beziehungen, von innerer Unruhe und Naturbegegnungen: Feine Sprachwebereien.“

 

Zu Berthold Grzywatz: Ortserkundung. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Ausgabe vom 17. Dezember.2012

 
Aus: Hessische/Niedersächsische Allgemeine, Nr. 263, Ausgabe vom 10./11. November.
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