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Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Berthold Grzywatz


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Dialektik und Transformation

Kreishaus Kassel

 

INJURIES NO. 1

Berthold Grzywatz

 

Dialektik und Transformation

 

 

Die Wirklichkeit, und damit gleichermaßen die Wirklichkeit der Kunst, ist als Geschehenszusammenhang zu verstehen, der Subjekt und Objekt miteinander verbindet, indem sie sich gegenseitig bedingen. Das Geschehen wechselseitiger Verflochtenheit erweist sich dabei als Prozess, dessen Grundlage die Dialektik ist. Die Wirklichkeit stellt sich für den Menschen also als Geschehen heraus, das ebenso durch ihn vermittelt ist, wie der Mensch durch das Geschehen vermittelt wird, wenn auch die Wirklichkeit in Teile zerfällt, die aufeinander verweisen, ohne dass sie aufeinander reduzierbar sind oder die Wirklichkeit von sich aus fundieren.

Unsere Realität stellt sich als Einheit und Differenz dar; die Kunst zeigt sich als Teil zum Ganzen und wird wie alle Teilbereiche angetrieben, den Zeitgeist ebenso im Ganzen auszudrücken wie das Zeitbewusstsein und folglich das dialektische Bewusstsein zu schärfen. Damit stößt sie stetig die Reflexion des Menschen an, die ständige Auseinandersetzung mit dem Sein, die im Leben keinen Abschluss findet.

Die dialektische Struktur der Wirklichkeit bleibt wesentlich dem Gesichtspunkt des menschlichen Miteinanders verbunden; die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt wird dadurch differenziert, dass dem Menschen ein ihm gleiches Ich gegenübertritt. Das Verhältnis des Menschen zu sich selbst ist sowohl durch den Bezug zum Mitmenschen als auch durch den Bezug zu den Dingen bestimmt, wobei diese Situation geschichtlich bedingt und durch die menschliche Gesellschaft insgesamt gestaltet ist.

Im Geschehenszusammenhang der Wirklichkeit sind die Menschen dementsprechend miteinander verflochten. Diese Verflechtung kann nur durch ein Handeln bzw. Verhalten bestimmt sein, dass sich ethisch konstituiert, indem Verantwortung für ein Vernunft geleitetes, an den Problemen der Zeit orientiertes Handeln übernommen wird. Das Handelns des Menschen in interpersonaler Verantwortung ist von dem In Freiheit gefassten Entschluss des Einzelnen abhängig, ohne dass damit eine völlig freie Gestaltung eröffnet wird, denn das Handeln ist schon immer bedingt und kann sich nur zeitgemäß entfalten. Zudem verlangt es vom Einzelnen das Ich als absoluten Bezugspunkt aufzugeben. An die historische Bedingtheit des Handelns bzw. die Verantwortung des Menschen vor der Geschichte bleiben letztlich die Intentionen der Kunst gebunden, was nicht mit einer Indienstnahme der Kunst für gesellschaftspolitische Zwecke zu verwechseln ist.

Welche Maximen, welche Maßstäbe können nun zu Motiven des Handelns werden? Welche konkreten Möglichkeiten ergeben sich in der dialektischen Wirklichkeit? Mit welchen Zielen? Angesichts der Dialektik von Macht und Ohnmacht, von Freiheit und Unfreiheit, von Gut und Böse, angesichts der Herrschaft technologischen Denkens, der Dominanz einer an Sachbezügen ausgerichteten Rationalität und Wissenschaft scheinen Orientierungen, nicht zuletzt an einer ethisch begründeten Humanität, zu fehlen. Es wäre jedoch abwegig, die Analysen und Erkenntnisse der Wissenschaften und die von der Technologie eröffneten Verhaltensmöglichkeiten zu ignorieren. Vielmehr kommt es darauf an, das Verhalten des Menschen durch ihre Einbeziehung zu gründen und ethisch zu binden.

Maßgebende Maximen in der Globalität menschlichen Seins kann ebenso die Minderung sozialen Leidens und die Mehrung sozialer Wohlfahrt wie die Abschaffung von Gewalt und Unfreiheit sein, die aber einer zeitgemäßen Interpretation zu unterwerfen sind. Die Verwirklichung dieser Maximen ist ständig aufgegeben und zielt auf den positiv begründeten Wandel des geschichtlich-gesellschaftlichen Seienden ab. Insofern kann von Transformation gesprochen werden, von Umformung oder Umgestaltung des Geschehenszusammenhangs der Wirklichkeit, der in seiner Dialektik keine Einheit zulässt, sowohl im Hinblick auf das Ganze wie die Teile.

Als einzelner Bereich des Geschehenszusammenhangs ist die Kunst zu verstehen, die gleichermaßen wie die Realität keine Einheit darstellt. Sie differenziert sich in Teilbereiche, in denen Künstler und Rezipient ebenso vermitteln wie sie gleichzeitig vermittelt werden. Kunstwelt und alltägliche Lebenswelt sind miteinander verwoben, weisen aber auch gegensätzliche Strukturen auf. Die Autonomie des Künstlers kann im Wege der Verinnerlichung dazu führen, dass die Innerlichkeit zur eigentlichen Wirklichkeit wird. Das künstlerische Subjekt gibt sich gleichsam als die wahre Realität aus, während die äußere Welt zu einer sekundären Erscheinung wird. Demgegenüber gilt es, den realen dialektischen Bezug zur Wirklichkeit und damit auch zum menschlichen Miteinander zu suchen, mithin auf ein an der Humanität orientiertes Handeln.

In seinen aktuellen Werken zeigt sich Berthold Grzywatz bestrebt, unter den leitenden Maximen des Handelns einerseits die Fremde und das Fremdsein andererseits das Verhältnis von Materie und Form unter dem Gesichtspunkt des Sehens zu thematisieren. Verletzungen, Situationen des Gebrochenseins und der Spaltung werden angesprochen, ebenso die Ungewissheit und Spiegelungen eines gesonderten Daseins wie die Flucht als notwendiger oder aufgezwungener Ausweg.

Das Unvertraute einer individuellen Existenz, das Nicht-Vertraut-sein mit deren kulturellen Merkmalen und Mustern kann eine Differenz erzeugen, die sich durch divergierende Werthaltungen der beteiligten Gruppen gesellschaftlich möglicherweise weiter vertiefen. Der Fremde wird, ungeachtet seiner Stellung im Arbeits- und Reproduktionsprozess, zum Fremdling, der sich auf Dauer selbst innerlich fremd fühlt, während seine Umwelt ihn als besonders fremd wahrnimmt. Fehlende soziale Kontakte, der Mangel an Rollenzuweisungen und die Verweigerung von Statusanerkennung wirken desintegrativ, hintertreiben die Integrationsanstrengungen der Gesellschaft.

Eine gescheiterte Integration muss aber nicht zwangsläufig die Existenz einer Gesellschaft in Frage stellen, denn die Segregation, das Nebeneinander von Gruppen und Kulturen kann Stabilität verbürgen. Allerdings nur, wenn soziale Wohlfahrt, die politische Teilhabe, die Zugänglichkeit zu den Ämtern und die justitielle Gleichheit allgemein gewährt wird. Eine gespaltene Gesellschaft ist dennoch, insbesondere wenn Gruppen als Fremde wahrgenommen werden und im Status des Fremdseins verbleiben, auf Dauer gefährdet, so dass sich die Transformation des Bestehenden zum existentiellen Faktor dieser Gesellschaft entwickelt.

Während im Verhältnis zum Fremden, etwa im Falle des Migranten, eine dialektische Beziehung von Innen und Außen, von Mehrheit und Minderheit herrscht, kann das Fremdsein sich gleichfalls in den inneren Gegebenheiten einer Gesellschaft bemerkbar machen oder gar konstitutiv für deren Erhalt sein. Das abweichende Verhalten des Außenseiters geht auf Normverletzungen und enttäuschte Verhaltenserwartungen zurück. Überdies wirken der Außenseiter, die Randgruppe oder die soziale Minderheit konsolidierend für die Gesellschaft, indem sie für Spannungen und Konfliktlagen oder das Versagen der Gesamtgesellschaft in Krisensituationen verantwortlich gemacht werden können. Die Abgrenzung oder gar der bewusst produzierte Hass gegen die „fremde“ Minderheit kann zudem, wie es aus der Geschichte des Antisemitismus hinlänglich bekannt ist, herrschaftstechnisch genutzt werden. Selbst nach der Befreiung vom Nationalsozialismus fiel es der „Mitläufergesellschaft“ nicht leicht, die politisch, rassisch und religiös Verfolgten des NS-Regimes ohne Vorbehalte als Opfer anzuerkennen. Der österreichische Romancier Hermann Broch sprach gar davon, es gehöre zur allgemeinen Natur des Menschen, den Leidenden als Schuldigen anzusehen. Broch verweigerte, wie andere auch, die Rückkehr aus dem Exil.

Die Abgrenzung gegen das Fremde steht insofern in einer weiteren Beziehung zum modernen Ich, als sich mit diesem das Bedürfnis nach seiner inneren und äußeren Entgrenzung verbindet. Schon die Romantik war von der Sehnsucht nach der „freien Welt“ geprägt, einer gegenüber dem rationalen Arbeits- und Erwerbsleben anderen Welt, die in der Ferne lag und die sich, unter Einschluss der künstlerischen Persönlichkeit, im Alltag der bürgerlichen Gesellschaft allenfalls in der inneren Emigration oder selbst nur im Wunsch auftat. Im Verkehrs- und Kommunikationszeitalter blieb es nicht bei dem Blick in die Ferne; die Fremde war allgemein erreichbar, enttäuschte aber durch den Verlust ihrer Ursprünglichkeit. Sie fiel der Verklärung anheim oder sie wurde zum Formenvokabular der Avantgarde. Das digitale Zeitalter beklagt den Verlust des Raums, das Fremde wird in seiner Allgegenwärtigkeit zur latenten Bedrohung.

Die beschriebenen Gefährdungen will Berthold Grzywatz mit ästhetischen Mitteln sichtbar machen, gerade ohne seine abstrakte Formensprache zu verlassen. Es werden spannungsreiche Beziehungen zwischen den gewählten Materialien Holz, Metall und Stein, ihren Strukturen, Formen und Oberflächen entwickelt. Blockhaften, eher vollplastischen Elementen werden lineare Texturen gegenübergestellt, die Farbgebung als kontrastierendes Element genutzt, Flächen und Körper erhalten durch differierende Formen des Aufbrechens oder durch ihre Rhythmisierung Dynamik. Sie verweisen sowohl gestalterisch als auch inhaltlich auf das Prozesshafte der Form und des Sehens. Die Spannung zwischen Materialien und Formen intensiviert Berthold Grzywatz mitunter so weit, dass ihr Verhältnis im Raum situativ aufgeladen wird.

Die durch Licht und Raum beeinflussten Relationen zwischen Linien und Körper verdeutlichen Konflikte, die den Rezipienten emotional herausfordern und gedanklich in die dialektische Realität führen. Gestalten, Sehen und Verstehen unterliegen, indem sie prozesshaften Charakter tragen, den Problemen des Transformierens. Das Erfassen und Verstehen der Form in ihrem räumlichen Vorhandensein und in ihrer inhaltlich-assoziativen Ausrichtung fordert das Sehen des Betrachters heraus. Es bleibt dabei nicht beim physiologischen Wahrnehmen stehen. Das durch die künstlerische Intuition Erschaute und im Werk Umgesetzte möchte ein Erlebnis des Sehens veranlassen, welches die Sicht auf noch nicht Erblicktes anregt und unbekannte Sichtweisen entfaltet. Dieses Sehend machen ist nicht metaphysisch zu verstehen, etwa als Annäherung an Grundstrukturen oder eine an sich geltende Ordnung, sondern als Begegnung, mit der sich in Einheit und Differenz erschließenden Wirklichkeit und damit nimmt es auf die Entwicklung des dialektischen Bewusstseins Einfluss.

 

INJURIES NO. 2

Berthold Grzywatz

Dialectics and Transformation


Reality, and thus also the reality of art, is to be understood as a context of events that connects subject and object by making them mutually dependent. The event of mutual interconnectedness proves to be a process based on dialectics. Reality thus turns out to be an event that is mediated by the human being just as much as the human being is mediated by the event, even if reality breaks down into parts that refer to each other without being reducible to each other or founding reality by themselves.
Our reality presents itself as unity and difference; art shows itself as a part of the whole and, like all parts, is driven to express the spirit of the times in the whole as well as the consciousness of the times and thus to sharpen the dialectical consciousness. In this way, it constantly triggers the reflection of the human being, the constant confrontation with being, which finds no conclusion in life.
The dialectical structure of reality remains essentially connected to the point of view of human togetherness; the relationship between subject and object is differentiated by the fact that man is confronted with an I that is equal to him. Man's relationship to himself is determined both by his relationship to his fellow man and by his relationship to things, whereby this situation is historically conditioned and shaped by human society as a whole.

In the context of reality, people are accordingly intertwined with each other. This interconnectedness can only be determined by an action or behaviour that is ethically constituted by taking responsibility for a rationally guided action oriented towards the problems of the time. Human action in interpersonal responsibility depends on the individual's decision made in freedom, without this opening up a completely free shaping, for action is always already conditioned and can only unfold in accordance with the times. In addition, it requires the individual to give up the ego as an absolute point of reference. Ultimately, the intentions of art remain bound to the historical conditionality of action and man's responsibility before history, which is not to be confused with the use of art for socio-political purposes.
Which maxims, which standards can now become motifs for action? What concrete possibilities arise in the dialectical reality? With what aims? In view of the dialectic of power and powerlessness, of freedom and lack of freedom, of good and evil, in view of the dominance of technological thinking, the dominance of a rationality and science oriented towards factual references, there seems to be a lack of orientation, not least in an ethically founded humanity. However, it would be absurd to ignore the analyses and findings of science and the behavioural possibilities opened up by technology. Rather, it is important to ground human behaviour through their inclusion and to bind it ethically.
The decisive maxims in the globality of human existence can be just as much the reduction of social suffering and the increase of social welfare as the abolition of violence and lack of freedom, but these must be subjected to a contemporary interpretation. The realisation of these maxims is constantly given up and aims at the positively justified change of the historical-social being. In this respect, we can speak of transformation, of reshaping or reshaping the context of reality, which in its dialectics does not allow for unity, both with regard to the whole and the parts.

Art is to be understood as a single area of the context of events, which, like reality, does not represent a unity. It is differentiated into sub-areas in which artists and recipients mediate as well as are mediated at the same time. The world of art and the world of everyday life are interwoven, but they also have opposing structures. The artist's auto-nomy can, by way of internalisation, lead to inwardness becoming the actual reality. The artistic subject presents himself as the true reality, as it were, while the outer world becomes a secondary appearance. In contrast, it is important to seek the real dialectical reference to reality and thus also to human coexistence, i.e. to humanity-oriented action.
In his current works, Berthold Grzywatz endeavours to address the relationship between matter and form from the point of view of vision under the guiding maxims of action on the one hand and strangeness on the other. Injuries, situations of brokenness and division are addressed, as well as the uncertainty and reflection of a separate existence and escape as a necessary or forced way out.
The unfamiliarity of an individual existence, the unfamiliarity with its cultural characteristics and patterns can create a difference that may possibly deepen socially through divergent values of the groups involved. The foreigner, regardless of his or her position in the labour and reproduction process, becomes a foreigner who feels inwardly foreign himself or herself in the long run, while his or her environment perceives him or her as particularly foreign. The lack of social contacts, the lack of role assignments and the refusal of status recognition have a disintegrative effect, undermining the integration efforts of society. 
However, failed integration does not necessarily call the existence of a society into question, because segregation, the coexistence of groups and cultures, can guarantee stability. However, only if social welfare, political participation, accessibility to offices and judicial equality are generally granted. A divided society is nevertheless endangered in the long run, especially if groups are perceived as strangers and remain in the status of being strangers, so that the transformation of the existing becomes the existential factor of this society.

While in the relationship to the stranger, for example in the case of the migrant, there is a dialectic relationship between inside and outside, between majority and minority, being a stranger can also make itself felt in the inner conditions of a society or even be constitutive for its preservation. The deviant behaviour of the outsider can be traced back to norm violations and disappointed behavioural expectations. Moreover, the outsider, the fringe group or the social minority have a consolidating effect on society in that they can be held responsible for tensions and conflict situations or the failure of society as a whole in crisis situations. The demarcation or even the consciously produced hatred against the "foreign" minority can also be used for the purposes of domination, as is well known from the history of anti-Semitism. Even after the liberation from National Socialism, it was not easy for the "fellow traveller society" to recognise the political, racial and religious persecutees of the Nazi regime as victims without reservations. The Austrian novelist Hermann Broch even said that it was part of man's general nature to regard the sufferer as the guilty party. Broch, like others, refused to return from exile.
The demarcation against the foreign has a further relationship to the modern ego in that it is linked to the need for its inner and outer demarcation. Romanticism was already characterised by the longing for the "free world", a world that was different from rational working life and gainful employment, a world that lay in the distance and which, with the inclusion of the artistic personality, appeared in the everyday life of bourgeois society at best in inner emigration or even only in desire. In the age of transport and communication, it was not enough to look into the distance; the foreign was generally accessible, but disappointed through the loss of its originality. It fell prey to transfiguration or became the formal vocabulary of the avant-garde. The digital age laments the loss of space, the foreign in its omnipresence becomes a latent threat.

Berthold Grzywatz wants to make the described dangers visible with aesthetic means, without abandoning his abstract formal language. Tense relationships are developed between the chosen materials of wood, metal and stone, their structures, forms and surfaces. Block-like, rather fully sculptural elements are juxtaposed with linear textures, the colouring is used as a contrasting element, surfaces and bodies are given dynamism through different forms of breaking up or through their rhythmisation. Both in terms of design and content, they refer to the processual nature of form and seeing. Berthold Grzywatz sometimes intensifies the tension between materials and forms to such an extent that their relationship in space becomes situationally charged.
The relations between lines and bodies, influenced by light and space, highlight conflicts that emotionally challenge the recipient and mentally lead him into dialectical reality. Shaping, seeing and understanding are subject to the problems of trans-forming because they have a processual character. The grasping and understanding of form in its spatial presence and in its content-related associative orientation challenges the viewer's seeing. It does not stop at physiological perception. What is seen through artistic intuition and realised in the work wants to trigger an experience of seeing that stimulates the view of what has not yet been seen and unfolds unknown ways of seeing. This seeing is not to be understood metaphysically, for example as an approach to basic structures or an order that is valid in itself, but as an encounter with reality that reveals itself in unity and difference and thus influences the development of dialectical consciousness.

INJURIES NO. 3
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