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Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Berthold Grzywatz


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Surreales Tagebuch

Leseprobe: "Ich", S. 5 f.

 

 

Ich

 

 

Nicht endender Herbst –

Kastanienbäume leiden

Unter der Last ihrer Früchte,

Dunkle Körper,

Eingebettet in

Empfindliche Haut;

Geschützt durch Wände,

Die jedem Eindringling

Stacheln entgegenstrecken.

 

 

Im Traum ein Lager,

Gerichtet auf dichten Schichten

Dorniger Schalen;

Streitbar nach außen gewandt,

Dringen die Spitzen

In vorgefundenes Terrain,

Bohren sich ins Fleisch,

Als folgen sie vorherbestimmten Wegen;

Der Schlaf verwundert dennoch.

 

 

Im Besitz der Straße

Sollten auch die Bäume

Seinem Willen folgen:

Die Früchte preisgeben,

Von Zeit zu Zeit das Pflaster

Mit einem üppigen Regen

Tränken –

Suchende sammeln mit Hast,

Ringen um jedes Stück –

Das nahe Lachen

Lässt sich nicht

Als Unschuld deuten.

 

 

Der Herr im hohen Geäst

Erkennt sich als Knecht

Fremder Bedürfnisse;

Auf dem Boden

Verzehrt sich sein Ich

In noch jungem Hass –

Das ungeliebte,

Aber unersetzliche Zuhause

Bereitet der Revolte den Weg;

Am Beginn

Die Suche nach Gleichgesinnten,

Entsetzt über eine Welt,

Die fernen Pfaden folgt.

 

Flucht vor harten Fäusten,

Dort, wo Schutz erwartet wird,

Begegnungen mit Unverständnis,

Mit Vorhalten

Begrenzter Gesinnungen;

Maßlose Appelle

Ersetzen Gespräche;

Erlittene Enttäuschungen

Wandeln sich zu Vorwürfen –

Die Rebellion hält an,

Gärt unverwandt

In scheinbar

Geordneten Gärten,

Wartet auf ein Stichwort;

Vorhersehbare Schrecken

Obliegen der Ignoranz.

 

 

An einer allseits bekannten Straße

Mit geschütztem Baumbestand

Eifern sachverständige Biologen

Um den Erhalt von Kastanien;

Eine tückische Krankheit

Raubt dem Holz

Die Lust zum Leben –

Bei den Anwohnern

Löst der mögliche Verlust

Verstörungen aus.

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