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Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Berthold Grzywatz


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Vita

Berthold Grzywatz wurde in der Hansestadt Lübeck geboren. Er ist mit Martha-Marie Grzywatz, geb. Kalz, verheiratet und hat mit seiner Frau eine Tochter und zwei Söhne. Drei weitere Töchter entstammen einer früheren Ehe.

 

Nach dem Besuch des städtischen Gymnasiums „Oberschule zum Dom in Lübeck studierte Berthold Grzywatz an den Universitäten in Hamburg und Berlin Germanistik und Geschichte, Pädagogik, Politologie, Staatsrecht und Volkswirtschaft.

 

Eine erste und nicht zuletzt wichtige Begegnung mit der Kunst findet schon in der Gymnasialzeit statt. Zu den Lehrern von Berthold Grzywatz gehörte der bedeutende Lübecker Künstler Peter Kleinschmidt, der sowohl durch seine eigenen Arbeiten als auch durch seine kunstpädagogische Tätigkeit und viele freundschaftliche Gespräche künstlerische Anstöße gab. Noch heute zeugt ein großer Holzschnitt von Peter Kleinschmidt in der Eingangshalle seines Wohnhauses von dieser Begegnung.  Während des Studiums wurden dann erste, autodidaktisch angelegte Versuche im skulpturalen Arbeiten aufgenommen. Im freien Umgang mit Stahl nach akkumulativen Formprinzipien zeigten sich Bestrebungen einer um neue Wahrnehmungen bemühten Objektkunst. Die vorgefertigte Form, in aufgenommenen Materialien bzw. industriell gefertigten Dingen wie gebrauchtem Stahl und sonstigen Metallstoffen lebendig, wurde durch Bearbeitung, Montage und kompositorische Konstruktion in neue Zusammenhänge gestellt, die sowohl symbolischen Charakter trugen als auch dem freien Spiel mit Formen und Strukturen Raum boten. Die nur temporär angelegten Werke wurden in Werkstatt- und Gruppenzusammenhängen intensiv wahrgenommen und diskutiert.

 

Mit dem Thema „Arbeit und Bevölkerung im Berlin der Weimarer Zeit“ promovierte Berthold Grzywatz im Januar 1982 an der Technischen Universität Berlin bei Ernst Schraepler (Neuere Geschichte), Christoph Müller (Staatsrecht) und Johannes Agnoli (Politikwissenschaften). Anschließend war er vorwiegend in der wissenschaftlichen Forschung tätig.

 

Im Forschungszentrum der Historischen Kommission zu Berlin arbeitete er zunächst an dem kulturhistorischen Projekt „Geschichtslandschaft Berlin” mit, das in Zusammenarbeit mit dem Berliner Landeskonservator Stätten historischen Geschehens in der Stadt Berlin sowohl architekturgeschichtlich als auch in historisch-politischer Beziehung sichtbar machen sollte. Damit war die Absicht verbunden, ebenso die Ablesbarkeit von Geschichte in einer Stadtlandschaft wie die Erinnerungskultur einer urnen Gesellschaft deutlich zu machen. In diesem Zusammenhang hat sich Berthold Grzywatz auch intensiv mit der Literatur und dem Theater der Moderne auseinandergesetzt. Nun begann eine thematisch breitgefächerte Publikationstätigkeit.

 

Im Jahre 1987 wechselte Berthold Grzywatz für drei Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in das Büro des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Charlottenburg mit dem Forschungsauftrag eine kunst- und architekturgeschichtlich angelegte Darstellung des bedeutenden städtischen Rathauses zu schreiben. Daneben hat er an der Konzipierung und Ausführung von wissenschaftlichen Gesprächen und Tagungen mitgearbeitet, war beratend bei Projekten tätig und hat sich an der Weiterentwicklung der städtischen Museums- und Bildungseinrichtungen beteiligt.

 

Die Forschungen wurden mit der Monographie „Das Rathaus Charlottenburg. Zur Geschichte und Ikonographie eines bürgerlichen Monumentalbauwerks“ beendet. Das Werk wurde mit der Zulassung zur Promotion am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Berlin im Schwerpunkt Architekturgeschichte ausgezeichnet.

 

Im Jahre 1994 kehrte Berthold Grzywatz als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Forschungszentrum der Historischen Kommission zu Berlin mit dem von ihm entwickelten Projekt „Kommunale Selbstverwaltung und Stadtentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert” zurück. Das Projekt erhielt die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die Ergebnisse sollten später die Grundlage für seine Habilitation bilden.

 

Zum Sommersemester 1995 nahm Berthold Grzywatz schließlich eine laufende Lehrtätigkeit am Friedrich-Meinecke-Institut des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin als Lehrbeauftragter für Neuere Geschichte auf mit einem besonderen Schwerpunkt in der politischen Zeitgeschichte.

 

Zwei Jahre später, im Jahre 1997, wechselte Berthold Grzywatz als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Gedenkstätte Deutscher Widerstand. In einem neuen Projekt sollte die Geschichte der Verfolgten des Nationalsozialismus in der deutschen Nachkriegspolitik untersucht werden. Daneben standen Fragen der politischen Bildung sowie Vermittlungsprobleme in der Museums- und Gedenkstättenarbeit zur Diskussion.

 

Diese Arbeiten mündeten 1998 in einem neuen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt, das Berthold Grzywatz an der von Peter Steinbach geleiteten Forschungsstelle Widerstandsgeschichte des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin als wissenschaftlicher Mitarbeiter selbständig bearbeitete. Die Projekt- und Forschungstätigkeit erfolgte in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden der NS-Verfolgten in der Bundesrepublik, deren Nachlässe er ordnete und für die Forschung zugänglich machte.

 

Neben der Projektleitung hat sich Berthold Grzywatz an der Weiterentwicklung des Forschungsdesigns der Forschungsstelle beteiligt und war in die Analyse und Begutachtung von wissenschaftlichen Projekten im Rahmen der laufenden Tätigkeit der Forschungsstelle eingebunden. Weiterhin arbeitete er an den Bildungsveranstaltungen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand mit, insbesondere zu Modellen, Konzepten und Erfahrungen der Bildungsarbeit in polnischen KZ-Gedenkstätten und Museen.

 

Im Jahre 2001 konnte Berthold Grzywatz seine Habilitation am Fachbereich Geschichts- und Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin mit der Studie „Stadt, Bürgertum und Staat im 19. Jahrhundert. Selbstverwaltung, Partizipation und Repräsentation in Berlin und Preußen 1806-1918” erfolgreich abschließen. Die Habilitationsschrift wurde durch die Stiftung der deutschen Städte, Gemeinden und Kreise als herausragende Leistung auf dem Gebiet der Kommunalwissenschaften prämiert. Nach der Erteilung der Lehrbefugnis durch den Fachbereichsrat wurde er Privatdozent im Fach Neuere Geschichte am Friedrich-Meinecke Institut des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften und korporatives Mitglied der Freien Universität Berlin.

 

Nach einer langen Forschungs- und Lehrtätigkeit mit zahlreichen Publikationen, Büchern, Aufsätzen und Essays suchte Berthold Grzywatz im Sommer 2002 einen neuen Wirkungszusammenhang, der auf seinen Erfahrungen aufbauen konnte. Die Verbindung von Dialog und Diskurs übte er zukünftig an freien Schulen, später auch im staatlichen gymnasialen Schuldienst aus, zunächst in Schleswig-Holstein, später dann im nordhessischen Kassel.

 

Während seiner Tätigkeit als Lehrer nahm Berthold Grzywatz im Jahre 2007 einen neuen Anlauf in der künstlerischen Arbeit – intensive Begegnungen mit der Natur spielten dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Nach einer intensiven Ausbildung im bildhauerischen Arbeiten, insbesondere im plastischen Gestalten bei Fionna-Sophie Oltmann-Copyn in Kiel begann die Arbeit in der Werkstatt und es folgten intensive Diskurse in neuen Gruppenzusammenhängen. Als skulpturaler, plastischer und Objektkünstler konzentrierte sich Berthold Grzywatz zunächst auf die Materialien Holz und Metall: aus dem Spannungsverhältnis von organischen und abstrakt-funktionalen Formen versucht er kompositorische Prinzipien und symbolische Dimensionen zu gewinnen. Rasch folgten plastische Arbeiten für den Metalguss, vorwiegend in der Verwendung des Werkstoffes Aluminium, sowie Werke in der Materialverbindung von Stein und Stahl. Die Fotografie begleitete die bildhauerische Tätigkeit von Beginn an, erst als Dokumentations- und Analysemedium der plastischen Arbeiten, dann als eigenständiger Bereich künstlerischer Gestaltung.

 

Die zyklisch angelegten Werke von Berthold Grzywatz werden in Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen überregional präsentiert; er führt künstlerische Arbeiten sowohl im öffentlichen als auch privaten Auftrag aus, nimmt an Wettbewerben und Ausschreibungen teil und kann auf Werke in privaten Sammlungen verweisen.

 

Im Sommer 2017 gelingt es, eine eigene Galerie im Gebiet des Rendsburger Kreishafens zu eröffnen. Mit dem „Lokschuppen“ wird im unmittelbaren Bereich des Rendsburger Wahrzeichens, der berühmten Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal, ein vergessenes industrielles Gebäude als Ort der Kunst eingerichtet.

 

Mit dem künstlerischen Wirken nahm Berthold Grzywatz darüber hinaus eine literarische Tätigkeit auf, insbesondere als Lyriker, aber auch als Erzähler. Im Jahre 2012 konnte er seine ersten beiden Lyrikbände, "Ortserkundung" und "Wenn Vergessen Leben ist" veröffentlichen. Inzwischen liegt sein fünfter Lyrikband mit dem Titel "Surreales Tagebuch" vor.

 

Seine wissenschaftlichen Forschungen zur Geschichte der Verfolgten des Nationalsozialismus in der deutschen Nachkriegspolitik stellt er in Form eines umfangreichen Manuskriptes auf seiner Webseite unter den wissenschaftlichen Texten zur Verfügung.

 

Berthold Grzywatz lebt und arbeitet als freier Künstler im Landkreis Kassel (Habichtswald) und in Schleswig-Holstein (Westerrönfeld/Rendsburg).

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