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Priv.-Doz. Dr. phil. habil. Berthold Grzywatz


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Von der Industriebrache zur Galerie für aktuelle Kunst

Von der Industriebrache zur Galerie – wie aus einem Lokschuppen eine Galerie für aktuelle Kunst wurde

 

 

Am diesjährigen SH-Cup wird im größeren Rahmen auch Kunst gezeigt, unter anderem durch die Galerie [ Der Lokschuppen ], die von mir als Bildhauer und Fotograf betrieben wird. Kunst in einem Lokschuppen, wie ist das möglich? Es ist schon Jahrzehnte her, als der Rendsburger Kreishafen noch durch einen vielfältigen Rangierbetrieb oder, genauer gesagt, durch einen Gütertransport auf Schienen beherrscht wurde. Die unentbehrlichen Rangierloks der Kreisbahn benötigten eine Wartungshalle, die am Ende des Kreishafens direkt vor der Hochbrücke eingerichtet worden war.

Ein Gebäude, in dem die Mechaniker rege arbeiteten, mitunter so angespannt, dass man erst spät bemerkte wie eine Rangierlok gegen die rückwärtige Mauer der Halle fuhr und das Mauerwerk zu durchbrechen drohte.

Nachdem sich der Schienenverkehr aus dem Kreishafen verabschiedet hatte, fristete der Lokschuppen nur noch ein Schattendasein: Zunächst Reparaturwerkstätte für Kraftfahrzeuge, dann Lagerort und schließlich, infolge der völligen Vernachlässigung, eine Brache, die sich gegen die wuchernde Natur nicht zu wehren wusste. Meterhohes Buschwerk, Bäume und abweisendes Brombeergestrüpp machten den Lokschuppen zu einem Teil der „Wildnis“ im hinteren Bereich des Kreishafens. Geliebt wurde er nur von jenen Bedürftigen, denen ein Zuhause fehlte. Für diese Menschen waren die Brombeerhecken ein Schutz, nicht zuletzt gegen unliebsame Zaungäste.

Trotzdem wurde der Lokschuppen wiederentdeckt und sein Potential für ganz andere Bestimmungen erkannt. Als ich vor dem völlig verwilderten Grundstück stand, zufällig, an einem beliebigen Vormittag, sah ich ein von der überschäumenden Natur befreites weißes Gebäude, in dem sich Menschen versammelten, um der Musik zu lauschen, einem Literaten zuzuhören oder um Kunst zu betrachten. Diese flüchtige Vorstellung ließ mich nicht mehr los. Sobald ich die Scheu vor der zweifellos langwierigen Arbeit der Sanierung abgelegt hatte, ging es zügig ans Werk.

Die Natur ließ sich freilich nicht einfach zähmen, so manche Dornen wehrten sich gegen den Zugriff. Zudem gab es allerlei Überraschungen: verrottetes Diebesgut, ein fast vollständiger Haushalt in einer Brombeerhöhle, defekte Decken im Gebäude, Fenster, die tagtäglich dem Wind Einlass gewährten. Doch Schritt für Schritt schälte sich ein Solitär aus den Häutungen der Natur heraus. Nach dem abschließenden Anstrich, den nicht nur verwirrte Blicke, sondern auch Anfragen über eine eventuell mögliche Anmietung begleiteten, streckte sich ein nicht zu übersehender Sonderling vor der Rendsburger Hochbrücke aus. Schon bald öffnete er seine Türen für die zeitgenössische Kunst. Nach ersten Ausstellungen zeigt sich [ Der Lokschuppen ] darüber hinaus auch als ein Ort, der das sportliche und kulturelle Ereignis des SH-Cups zu bereichern weiß.

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